Der „sozialistische Mensch“ war eine Idealvorstellung der SED-Machthaber. Man hatte die Idee, dass Bürger*innen die Ideale des Sozialismus so verinnerlichten und verkörperten, dass ihr einziges Lebensziel darin bestand das System zu bewahren und zu befördern.
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Aufgrund der Teilung Deutschlands hatten viele DDR Bürger*innen noch Verwandtschaft im Westen, was umgekehrt natürlich genauso galt.
Hier gab es besondere Regelungen, was den Besuch bei Verwandtschaft in Westdeutschland betraf. Reisen durfte nur, wer aller Voraussicht nach auch wieder zurückkam. Eine Gesinnungstreue der DDR gegenüber und eine angemessene Repräsentation der DDR im Ausland spielten deshalb eine Rolle bei der Bewilligung der Anträge auf Ausreise.
Ab 1976 wurden die Kriterien für eine Bewilligung in familiärem Zusammenhang tatsächlich entschärft. Entsprechende interne Dokumente der Stasi sind erhalten geblieben. Allerdings, auch das ist Inhalt dieser Papiere, sollten die Lockerungen nicht nach außen kommuniziert werden, um einer Antragsflut vorzubeugen.
Beispielhaft für diese internen Abläufe steht dieses Dokument von Stasi Chef Erich Mielke.
Der Chef der Stasi, Erich Mielke, gab 1977 eine Dienstanweisung an die Dienststellen der Stasi heraus, in der er festlegte, wie mit Antragsteller*innen auf „ständige Ausreise“ zu verfahren war.
Die Dienstanweisung trug den sprechenden Titel:
„Zur Vorbeugung, Verhinderung und Bekämpfung feindlich-negativer Handlungen im Zusammenhang mit rechtswidrigen
Versuchen von Bürgern der DDR, die Übersiedlung nach nichtsozialistischen Staaten und
Westberlin zu erreichen, sowie zur Unterbindung dieser rechtswidrigen Versuche“
Aus einem Gesetzblatt der DDR von 1976: „Es steht jedem frei, jedes Land, auch sein eigenes, zu verlassen.“
§ 12 Abs. 2 Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte in GBl. DDR II 1976, S. 108. Zitiert nach Hansgeorg Bräutigam: Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages.
Übersiedlungen von der DDR in die BRD
insgesamt von 1950 bis 1989: 4.868.699 Menschen
Im gleichen Zeitraum siedeln 471.381 Menschen von der BRD in die DDR über.
„Eiserner Vorhang“ war die Bezeichnung für die Grenzanlagen zwischen den Westeuropäischen und den Osteuropäischen Staaten zwischen ca. 1949 und 1989.
Die Grenzanlagen wurden von Osten her eingerichtet, um die Flucht der eigenen Bürger in den Westen zu verhindern. Zurück geht das auf eine Idee und Vorgaben der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU).
Der Begriff „Eiserner Vorhang“ (Iron Curtain) geht auf den ehemaligen britischen Premierminister, Winston Churchill zurück.
Bis Ende August 2022 hatte das Russische Verteidigungsministerium regelmäßig Berichte zur „Humanitären Lage in der Ukraine“ auf dem eigenen Telegram Kanal veröffentlicht. Diese Menschen wurden demnach aus „humanitären Gründen“ aus der Ukraine „evakuiert“.
Diese Zahl stammt aus dem letzten Bericht vom 26. August 2022. Danach hatte das Verteidigungsministerium keine neuen Zahlen mehr veröffentlicht.
„Was wird ausgesiedelt:
Alle antidemokratischen Elemente, Angehörige der SS, aktive Nazi, Offiziere, reaktionäre Umsiedler, reaktionäre Großbauern, alle Vorbestraften, alle deklasierten [sic] Elemente, alle belasteten Elemente, alle Ausländer, Staatenlose, aus der Westzone zugezogene, Leute mit Westverbindungen, alle 2ol, Grenzgänger und Schieber usw. ( zurück bleiben nur fortschrittliche demokratische Kräfte).“
Auszug aus einem Papier der Stasi vom 21. Mai 1952 zur Planung der Aktion „Ungeziefer“
„Die Mitarbeiter und Schreibkräfte, die zu dieser Arbeit herangezogen werden, dürfen nicht konkret wissen, um was es geht, sie sind vorher zu überprüfen.„
Auszug aus einem Papier der Stasi vom 21. Mai 1952 zur Planung der Aktion „Ungeziefer“
Eigene Grafik basierend auf Zahlen von Statista.de. Werte stammen vermutlich aus Wolfgang Mayer (2002): Flucht und Ausreise: Botschaftsbesetzungen als wirksame Form des Widerstands.
Zitiert von Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen, lagis-hessen.de, via Deeplink
https://www.lagis-hessen.de/en/imagepopup/s3/sn/edb/id/4199-FA-10
Zitiert nach wolfgangroehl.de via Deeplink
Zitiert nach Soldat & Technik via Deeplink
Zitiert von wolfgangroehl.de via Deeplink
https://www.wolfgangroehl.de/Gifhorn-Grenze/Gifhorn-Grenze-Bl04.htm
Zitiert von Welt.de via Deeplink
Deeplink; Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth
https://www.moedlareuth.de/museum/historische-aktuelle-fotos/
Im „Real-Sozialismus“ geht die Macht von der regierenden sozialistischen Einheitspartei aus. Sie wird vom Zentralkomitee (ZK) der Partei kontrolliert, welches bestimmt, wer Minister und wer Staatschef wird. Das ZK bleibt immer an der Macht.
Die Idee dahinter: Die sozialistische Einheitspartei weiß am besten was die Bevölkerung und das Land brauchen. Da im Sozialismus die Ideologie von der „Gemeinschaft der Werktätigen“ eine wichtige Rolle spielt, muss die Partei dafür sorgen, die Bevölkerung in diesem Sinne zu erziehen und zu lenken. Abweichende Meinungen werden als Gefahr für das System betrachtet und müssen in der Logik des Sozialismus daher aus dem Weg geräumt werden.
Mehr Infos zum Sozialismus findest du im Politiklexikon der Bundeszentrale für politische Bildung.